Der Walkman – das coolste Accessoire der 80er
Anfang der achtziger Jahre brach für Musikliebhaber eine wahre Revolution aus: Musik wurde mitnehmbar. Vorbei waren die Zeiten, in denen man örtlich fixiert war, seine Lieblingsmusik zu genießen. Mit dem Erscheinen des ersten Kassetten-Walkmans flexibilisierte sich das musikalische Wahrnehmungsverhalten wie auf Knopfdruck. Der Begriff “Walkman” wurde zu einer Marke des Sony-Weltkonzerns und verschaffte ihm ein fulminantes Entree in die Lebenswelten von Jugendlichen: Der Name war wirklich cool.
Dadurch, dass Musik nun in allen möglichen Lebenssituationen individuell hörbar wurde, veränderte sich die Weltwahrnehmung und das Alltagsverhalten der heranwachsenden Generationen nachhaltig: egal ob U-Bahn-Fahrt, Schulhofpause, Krankenhausaufenthalt oder Herbstspaziergang und Strandbesuch. Alles wurde “musikalisiert”. Spätere Walkmen verfügten sogar über die Möglichkeit zweier Kopfhöreranschlüsse, sodass es tatsächlich möglich wurde, den Lieblingssong mit der Angebeteten zeitgleich zu hören. Ein paradiesischer Zustand. Und wenn die Theorie stimmt, dass die Musik diejenige Kunst ist, die direkt und ohne Umwege über den Verstand auf die menschliche Seele einwirkt, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass der Walkman die Lebenswelten seiner Benutzer in den achtziger Jahren “versoult” hat. Sony sei Dank …
Nur wenig größer als eine Zigarettenschachtel und vom Gewicht eines heutigen Smartphones passte der treue Gefährte in jede Jackeninnentasche, war in jedem Versandhaus zu beziehen und bildete das batteriebetriebene sowie unsichtbare Entertainment-Center vieler Achtzigerjahre-Garderoben. Als besonders gelungenes Exemplar sei hier der Sony WM-EX2HG erwähnt, dessen verchromtes Gehäuse auch nach fast 30 Jahren den ästhetischen Vergleich mit einem iPod von Apple nicht zu scheuen braucht. Erst in der zweiten Hälfte seines Jahrzehnts, als die CD die Kassette als Trägermedium besiegte, wurde der Walkman durch den Discman in den Verkaufszahlen überholt; cooler und handlicher blieb jedoch der Walkman …
Der Ford Mustang in den 1980er Jahren
Liebhaberstück: Plattenspieler
Das gute alte Grammophon, das um 1880 erfunden und mechanisch angetrieben wurde, ist der Vorläufer des elektrischen Plattenspielers.
Als die alten Schellackplatten dann mit der Erfindung des Vinyls in den 50ern vom Markt verdrängt wurden, trat ein Quantensprung in der Tonqualität ein, es wurde sogar eine Hi-Fi-Norm eingeführt und der analoge Plattenspieler war bis in die 90er Jahre, als die CD erfunden wurde, das Tonwiedergabegerät erster Wahl.
Heute ist der Plattenspieler nicht nur ein Kultobjekt mit Sammlerwert, sondern es gibt durchaus Musikliebhaber, die den Klang einer Schallplatte als besser einstufen, als den einer CD. Demzufolge sind auch Plattenspieler wieder oder immer noch gefragt.
Viele der nostalgischen Originalgeräte sind unverzichtbar für echte Sammler, die ihren zum Teil historisch wertvollen Musikaufnahmen auch mit einem originalen Flair lauschen wollen.
Ein wenig von den charakteristischen Laufgeräuschen oder auch das Rauschen oder Kratzen der Nadel gehören hier einfach dazu.
Neben den alten Exemplaren, die man für wenig Geld auf den Flohmärkten bekommen kann, gibt es auch Modelle der allerneusten Produktion, denn auch für viele DJ`s ist der Plattenspieler ein notwendiges Arbeitsmittel . Kreatives Mixen oder Kunstgriffe wie Backspinning oder Scratching sind einzig und allein mit einem Plattenspieler möglich.
Zu diesem Zweck werden Hightech-Plattenspieler der Spitzenklasse hergestellt, eine japanische Firma hat sogar eine Laserplattenspieler entwickelt.
Wer aber kein solcher Music-Freak ist, sondern einfach ein wenig seinem Hang zur Nostalgie nachgehen möchte und die alten Platten von früher noch einmal hören will, der wird, wie gesagt, auf Flohmärkten oder im Internet bei diversen Verkaufsbörsen fündig.
Darüber hinaus kann man ab 50 € aufwärts auch einen modernen Plattenspieler erwerben (z.B. im Versandshop), denn der neue Trend zum Plattenspieler ist auch an der Unterhaltungselektronikbranche nicht spurlos vorübergegangen. Vom einfachen Modell bis zur High-Tech-Ausführung für zu Hause ist alles zu haben.
